Wahrnehmung/ Teilleistung PDF Drucken E-Mail

 

Der Begriff Teilleistungsschwäche (Teilleistungsstörung) wird im Alltag und in der Literatur in zweifacher Weise verwendet. Die Pädagogen und Psychologen bezeichnen damit die Erscheinungsformen und für die Mediziner steht dieser Begriff für eine neuropsychologische Beeinträchtigung des Zentralnervensystems, unter die auch Wahrnehmungsstörungen fallen.
Vereinfacht gesagt wird mit dem Begriff Teilleistungsschwäche im schulischen Bereich die Auswirkung und im medizinischen Bereich die Ursache benannt:

Erscheinungsformen der Teilleistungsschwäche:

Legasthenie, Dyskalkulie, Konzentrationsschwäche (-störung), Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS, ADHS)

Teilleistungsschwäche als Beschreibung der Ursache:

Die Teilleistungsschwäche ist die Minderung von Teilfunktionssystemen des zentralen Nervensystems. Und zwar im Vergleich zu der Leistungsfähigkeit der anderen Teilfunktionssysteme sowie zu dessen gesamter Leistungsfähigkeit. (Definition nach WIRTH, G.: Sprachstörungen, Sprechstörungen, kindliche Hörstörungen. Köln 2000)
"Teilleistungsstörungen sind somit Leistungsminderungen einzelner Faktoren oder Glieder innerhalb eines größeren funktionellen Systems, das zur Bewältigung einer bestimmten komplexen Anpassungsaufgabe erforderlich ist (Graichen). Diese Definition lässt offen, ob Teilleistungsstörungen reifungs- oder entwicklungsbedingt sind oder auf organisch fixierten Defekten beruhen. Viele äußerlich erkennbaren Lernstörungen sind Folge solcher Schwächen in der Wahrnehmung (Perzeption), in Verstehen (Kognition) sowie in der Sprache oder in der Motorik und in produktivkonstruktiven Leistungen. Die Folgen von Teilleistungsstörungen können sich in Hyperaktivität äußern sowie Schwierigkeiten, sich mit neuen Situationen auseinanderzusetzen."
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 26. Januar 2012 um 20:01 Uhr